Vor kurzem wurde ich mitten in einem ganz normalem Gespräch mit Ratschlägen konfrontiert, wie und wo ich mich verbessern könnte, damit ich meine Wirkung im Außen optimiere. Das hat mich ehrlich zum Nachdenken gebracht. Ich bin ja selbst ausgebildeter Coach. Ich mag Entwicklung, Wachstum und lernen. Ich unterhalte mich gerne mit reflektierten Menschen. Dennoch frag ich mich, ob Wachstum und bewusst-sein von manchen einfach falsch interpretiert wird. Persönlichkeitsentwicklung wird dann zu Leistungsdruck, wo keiner sein sollte.
Wenn du dir jemanden suchst, der dich begleitet, dann willst du dich doch befreit und leicht fühlen. Und vollständig. Du willst keine „Was ich noch an mir ändern muss um glücklich zu sein“-Liste. Klar, ein Mangelgedanke, den du weckst, schafft einen Kaufanreiz, weiß ich als BWLerin. Doch das ist Leistungsdenken im neuen Gewand. Du hast niemals das Gefühl, genug zu sein. Du musst immer noch mehr tun, um deinen Wert zu beweisen. Und ich denke, dass niemand der mit sich wirklich OK ist, dir dieses Gefühl geben würde.
Fairerweise hab ich wirklich überlegt, ob mir helfen würde, was mir vorgeschlagen wurde. Und ja, bestimmt würde ich dabei was neues lernen. Aber es würde nicht meiner natürlichen Art entsprechen. Es wäre eben ein Schritt zur Anpassung. Manchmal ist das ok. In dem Fall fühlte es sich aber einfach nicht richtig an.
Ich hatte genug Selbstoptimierung. Ich möchte nicht mehr jedem gefallen. Ich möchte nicht passen. Ich möchte finden, was zu mir passt.

